Auch in diesem Jahr hat das Kreisjugendamt Paderborn das „Hein Knack Theater“ auf die Bühnen der Paderborner Schulen geholt. Diesmal um die Schüler für das Thema Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt zu sensibilisieren.
Über 200 Vollzeitschüler aus insgesamt elf Klassen konnten sich die „One-Man-Show“ von Heinz Diedenhofen mit dem Theaterstück „Klatschkopf“ anschauen und anschließend über Themen, wie Rassismus, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Zivilcourage diskutieren. Durch die Lehkräfte sowie die Schulsozialarbeiterinnen des Kreises Paderborn Isabelle Wilske und Janette Milder werden die Themen mit den einzelnen Klassen noch im Schulunterricht vertieft.
In der Begrüßungsansprache macht der Schulleiter Herr Groß deutlich: „Wir alle beobachten mit Schrecken die aktuellen Entwicklungen beispielsweise in Chemnitz. Als Schule müssen wir Verantwortung übernehmen und solchen Entwicklungen vorbeugen. Es ist sehr großzügig vom Kreis Paderborn als Schulträger uns ein solches Theaterstück kostenfrei zur Verfügung zu stellen.“
Das Jugendamt des Kreis Paderborn kommt so seiner Verantwortung im erzieherischen Jugendschutz nach und bietet den Schülerinnen und Schülern eine auf Jugendliche zugeschnittene Möglichkeit sich mit diesen aktuell wichtigen Themen auseinanderzusetzen. Immer wieder bezieht Heinz Diedenhofen sein Publikum durch aktive Zuschaueransprache mit ein. Die Schüler schauen nicht einfach zu, sondern „erleben das Theaterstück emotional mit“.
In dem Stück „Klatschkopf“ schlüpft Heinz Diedenhofen 45 Minuten lang in die Rolle des Jungen Tom. Dieser ist sauer auf Oliver, der nur „Saufen und Ausländer klatschen“ im Kopf hat, denn Oliver will ihm das brutale Zusammenschlagen eines Ausländers in die Schuhe schieben. Tom sinnt auf Rache. Doch während er auf Oliver wartet, um sich diesen „vorzuknöpfen“ kommen ihm noch ganz andere Gedanken. „Wer ist eigentlich wirklich deutsch?“, „Was ist, wenn der ausländische Junge lebenslange Verletzungen davonträgt?“, „Was macht eigentlich einen richtigen Mann aus?“. Immer wieder regt Diedenhofen durch seine Gedankengänge die Schüler zum Nachdenken an.
Nach dem Stück sprach der Schauspieler Heinz Diedenhofen gute 30 Minuten mit den Schülern darüber, warum die Menschen immer wieder nach „Sündenböcken“ suchen und wie man sich verhalten kann bzw. was man tun sollte, wenn man mitbekommt, wie jemand zusammengeschlagen wird. Auch darauf, dass alle im Internet geschriebenen Sachen quasi „öffentlich“ sind, thematisierte er.

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