„Was ist heute wirklich cool?“ Diese Frage stellte Christoph Rickels den Schülerinnen und Schülern der HB-Klassen im Rahmen seiner Präventionsveranstaltung zum Thema Gewalt.

Das Besondere an seinem Vortrag ist, dass er von seiner eigenen Lebensgeschichte erzählt. Mit zwanzig Jahren wurde er nach einem Diskobesuch mit einem Schlag niedergestreckt. Er zeigte das Überwachungsvideo von jener Nacht, in der er einem Mädchen einen Drink ausgegeben hatte und damit die Eifersucht ihres Freundes anfeuerte. 1…2…3… zählte Rickels den Schülerinnen und Schülern während des Videos vor, drei Sekunden vom Verlassen der Disko bis zum lebensveränderten Schlag. Er lag danach vier Monate im Koma und musste sich ins Leben zurückkämpfen. Doch nichts ist wie es einmal war, er kann seinen liebsten Hobbys Musizieren und Sport nur noch sehr eingeschränkt nachgehen. Weiterhin erzählt er von den jahrelangen Prozessen um sein Schmerzensgeld, die er noch heute, 12 Jahre nach der Tat, führen muss. „So still haben wir die Schülerinnen und Schüler noch nie erlebt.“ Dieses Feedback gaben die Schulsozialarbeiterinnen an Christoph Rickels und er meinte dazu, dass er sich diese Zeile ausdrucken und einrahmen könnte, so oft wie er sie bereits nach seinen Vorträgen gehört hat. Das anfängliche Tuscheln der Klassen wich schnell einer nachdenklichen Stille und Mitgefühl. Es ließ sich nur erahnen, was in den Köpfen der Schülerinnen und Schülern vor sich ging. Herr Rickels machte ihnen klar, dass es nicht cool ist, unüberlegt dem Druck der Gruppe zu folgen, sondern für die eigenen Ziele zu kämpfen, auch nach solch einem Schicksalsschlag wie ihm wiederfahren ist. Herr Rickels gründete sein Projekt „first togetherness“ und tourt seitdem durch Schulen in ganz Deutschland. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht durch Aufklärung für eine gewaltfreie Zukunft für die nächsten Generationen zu kämpfen.

Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir Teil dieses großartigen Projekts sein durften. Weitere Infos auch unter https://first-togetherness.com/.

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