„Dies ist ein besonderer Tag“, waren die einführenden Worte von BKSN-Schulleiter Matthias Groß in der Feierstunde im Forum. Das Berufskolleg Schloß Neuhaus verabschiedet 15 geflüchtete Schülerinnen und Schüler, die eine eigens eingerichtete Ausbildungsvorbereitungsklasse besucht haben. 14 von ihnen haben den Hauptschulabschluss erreicht, 7 ein Sprachzertifikat auf B1-Niveau. „Ein solches Zertifikat ist sehr wichtig, um sein Leben selbstbestimmt führen zu können“, meinte der anwesende Landrat Manfred Müller, der ausdrücklich das Engagement aller beteiligten Lehrkräfte lobte. Die beiden Deutschlehrerinnen Carina Herr und Irina Demler haben die Zertifikatsprüfung selbst entwickelt und in das schulische Curriculum integriert. „Gerade die Vorbereitung auf die Zertifikatsprüfung hat bei einigen Schülern einen wahren Motivationsschub ausgelöst“, berichtete Frau Demler. “Ich bin sehr stolz“, stellte der 19-jährige Haytan aus dem Irak in einer kleinen Ansprache fest. Er startet nach dem Sommer eine Ausbildung in einer Bäckerei. Die ebenfalls 17-jährige Batoul aus Syrien bedankte sich in einer frei vorgetragenen Ansprache bei allen Lehrern, sie strebt ein Studium an. Für den zuständigen Bildungsgangleiter Thomas Albers war die unermüdliche Arbeit von Schulsozialarbeit-Trainee Emilia Szweda ein wichtiger Erfolgsfaktor. Gleichzeitig beklagte er die fehlende Nachhaltigkeit, da wegen befristeter Verträge Jahr für Jahr neue Kräfte gesucht und eingearbeitet werden müssen. Am Ende der Feierstunde waren sich alle Anwesenden einig, dass diese Ausbildungsvorbereitungsklasse ein Meilenstein für eine gelungene Integration darstellt. Das passende Schlusswort der Klassenlehrerin Beatrix Schlupp: „Nun sind Sie leider nicht mehr hier. Nun brechen Sie auf zu neuen Ufern“.

Der erst dritte Abiturjahrgang hat am Beruflichen Gymnasium des Berufskollegs Schloß Neuhaus erfolgreich seine Abiturprüfung bestanden. Das Berufliche Gymnasium am BKSN mit den Schwerpunkten Mathematik und Informatik bereitet die Schüler auf zukunftsorientierte Berufsfelder im MINT-Bereich sowie im kaufmännischen Bereich vor.
171 Schülerinnen und Schüler haben erfolgreich den Bildungsgang der Zweijährigen Berufsfachschule absolviert. Für ein abwechslungsreiches Programm mit Ehrung der Jahrgangsbesten sorgten die Moderatoren Leon Liedmeier und Jan-Philipp Wurmser sowie Jaqueline Akin und Jan Remmert. Musikalische Highlights waren am Klavier Jan-Philipp Wurmser und Gesang Lea-Marie Mückenhaupt. Vielen Dank - Ihr habt das großartig gemacht! Mit den Worten von Mr. Spock aus Raumschiff Enterprise „Lebe lang und erfolgreich“ verabschiedete der stellvertretende Schulleiter Herr Damke die Absolventinnen und Absolventen und deren Angehörigen. Infos von Sabine Pade.
13 Rechtsanwaltsfachangestellte (Serpil Cakmak, Isabell Ciazynski, Christina Fockel, Vera Nadine Janzen, Nina Kettelgerdes, Andreas Köster, Sven Lifke, Afra Peters, Annamae Pohl, Alexandra Pöhler, Lilly Scholz, Arthittiya Seeländer und Julia Wittenberg) und 13 Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte (Lea Kristin Brunsiek, Michelle Esau, Mara Fortenbacher, Anna Cassandra Kirchhoff, Annika Löwen, Sandra Müller, Jennifer Peters, Madita Pohl, Ann-Kathrin Schmidt, Kathrin Ingrid Thöne, Larissa van Wonterghem, Nicole Charlene Wallace und Marielle Juline Witting) konnten im Rahmen der Abschlussfeier des Bildungsgangs RENO ihre Abschluss- und Prüfungszeugnisse im Forum des Berufskollegs Schloß Neuhaus in Empfang nehmen. Besonders erfreulich ist in diesem Schuljahr, dass alle Absolventinnen ihre Prüfungen erfolgreich absolviert haben und entsprechend geehrt werden konnten. Nachdem Herr Damke als stellvertretender Schulleiter die Anwesenden begrüßte und zukunftsweisende Worte an die Absolventinnen fand, überbrachte Herr Rechtsanwalt Karl als Mitglied des Prüfungsausschusses Grüße und Glückwünsche der Rechtsanwaltskammer Hamm und betonte die Bedeutung der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten für die modernen Kanzleien. Die Schülerinnen beider Klassen fanden dankende Worte für ihre Lehrerinnen und Lehrer und Herr Kröger als Pädagogischer Fachleiter bedankte sich darüber hinaus bei den Ausbildern in den Kanzleien, den Mitgliedern des Prüfungsausschusses und den Organisatoren der gelungenen Abschlussfeier, die von Herrn Berkemeier musikalisch untermalt wurde. Infos von Peter Klingbeil.
Das Berufskolleg Schloss Neuhaus kooperiert seit einem Jahr mit dem Zespół Szkół Ekonomicznych in Zielona Góra in Polen mit dem Ziel, Schülern der polnischen Schule und Auszubildenden des BKSN im jeweils anderen Land ein betriebliches Praktikum und das Kennenlernen von Land und Leuten zu ermöglichen. Nun waren bereits zum zweiten Mal polnische Schüler begleitet durch eine Lehrerin in Paderborn und haben ein betriebliches Praktikum absolviert. Der gesamte Aufenthalt wird von Lehrern des BKSN geplant und begleitet. Neben dem betrieblichen Praktikum haben die polnischen Schüler an weiteren Aktivitäten teilgenommen (z. B. Museumsbesuche, Stadtführungen, Treffen mit deutschen Auszubildenden, Besuch von Köln). Dank gilt insbesondere den Praktikumsbetrieben Curtis Instruments GmbH, Fischer Panda GmbH, Hartmann International GmbH & Co.KG, Hotel Stadthaus und der Touristinformation, die ihre Praktikanten herzlich empfangen und sehr gut betreut haben. Die Schüler haben einen sehr guten Einblick in die Arbeitsweise und in betriebliche Abläufe erhalten und konnten auch bereits Aufgaben selbstständig erledigen. Am letzten Abend reflektierten die Schülerinnen und Schüler einstimmig sehr positiv über ihre Zeit in Paderborn und nehmen viele unterschiedliche Eindrücke mit. „Alle sind sehr nett, ich habe mich sehr wohl gefühlt, es war eine tolle Zeit“. „Im Betrieb war es sehr interessant. Ich habe unterschiedliche Bereiche kennengelernt. Am besten gefallen hat es mir in der Logistik.“ Wirklich vermisst haben die Schüler nur das von Ihnen ursprünglich erwartet „deutsche“ Essen, insbesondere die (Salz-)Kartoffel. Dieses „Problem“ konnte jedoch schnell gelöst werden. Am BKSN laufen bereits die Planungen für den Aufenthalt von deutschen Auszubildenden in Zielona Góra, der voraussichtlich im April nächsten Jahres stattfinden wird. Auf einer Info-Veranstaltung wurde deutlich, dass von Seiten der Auszubildenden auf jeden Fall großes Interesse besteht. Der Erwerb interkultureller Kompetenzen wird in unserer zunehmend global beeinflussten Arbeitswelt immer wichtiger. Neue Techniken und Arbeitsabläufe, verbesserte Sprachkenntnisse und die Fähigkeit, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuarbeiten, bedeutet, auch in einem internationalen Umfeld arbeiten zu können. Dieses eröffnet im Beruf neue Aufgabenfelder und Chancen. Infos von Bettina Klüner

Ein Stück mehr Sicherheit - Verkehrserziehung für Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klassen

Auch in diesem Jahr fand am 2. und 3. Juli unter dem Motto „Integration durch Mobilität“ ein Verkehrserziehungsprojekt für die Internationalen Klassen des BKSN statt. Schirmherr des Projekts ist die Bürgerstiftung Paderborn, die mit Fahrradsammelaktionen und ähnlichen Projekten nun schon seit Jahren aktiv daran arbeitet, jungen Geflüchteten zu mehr Mobilität zu verhelfen, um so eine bessere Integration zu gewährleisten. Beim diesjährigen Projekt erwarben die BKSN-Schüler sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen zu den Themen Fahrrad, Verkehr und Erste Hilfe. Bevor es auf die Räder ging, erläuterte Herr Schnitz von der Polizeidienststelle Paderborn den 24 und Schülern in einer Einführung die deutschen Verkehrsregeln. Laut Herrn Schnitz sei dieses besonders wichtig, da vielen Geflüchteten Regeln dieser Art aus ihren Heimatländern gar nicht bekannt seien. So seien zahlreiche Unfälle, an denen Fahrradfahrer beteiligt sind, gerade auf Unwissenheit zurückzuführen. Weitere Unterstützung für das Projekt bekam das Neuhäuser Berufskolleg von der Radstation Paderborn, die den Schülern wertvolle Tipps in Sachen Fahrradreparatur gab. Eine Einführung in Erste Hilfe wurde vom Malteser-Hilfsdienst gegeben. Am zweiten Tag ging es endlich auf die Räder. Herr Schnitz ermunterte die Schüler, das zuvor erworbene Wissen über Verkehrsregeln und –schilder in die Tat umzusetzen. Zum Abschluss des Workshops konnten beide Klassen ihr Wissen und Können in einer Rallye unter Beweis stellen. Diese griff theoretische und praktische Elemente des Workshops auf und wurde von der BF17b organisiert. Von Schülerseite gab es zu den Projekttagen ein positives Feedback. Eine Schülerin aus Eritrea erklärte dazu: „Ich habe zwar ein Fahrrad und kann eigentlich auch ganz gut fahren. Ich habe mich aber nie getraut, auf der Straße zu fahren. Ich kannte die Regeln nicht.“Jetzt“, so sagt sie, „fühle sie sich sicher genug, um auch mal den Weg in die Stadt in Angriff zu nehmen. „Das Projekt selbst bildet einen gelungenen Abschluss einer weiteren, schulinternen Aktion. Nach dem letzten Durchgang vor zwei Jahren resümierte BKSN-Lehrer Volker Pässler, dass das Projekt durchaus sinnvoll sei, aber zwei Tage im Jahr nicht ausreichten, um eine wirkliche Fahrsicherheit zu erlangen. Aufgrund einer von ihm ins Leben gerufenen Sammelaktion, verfügt das BKSN nun über 17 eigene, verkehrssichere Fahrräder. So war es möglich, das Thema Verkehrserziehung in den laufenden Unterricht einzubetten und somit die Integration unserer Schüler nachhaltig zu unterstützen.

Infos von Carina Herr.

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