Lesung

  • Der Schauspieler Willi Hagemeier liest im Forum des BKSN aus dem Roman „Tschick“

    Es ist mucksmäuschenstill im Forum des BKSN. 200 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Höheren Handelsschule lauschen der Stimme des Schauspielers Willi Hagemeier, der in die Haut des Protagonisten des Romans von Wolfgang Herrndorf schlüpft. Der Schauspieler sitzt auf der schwach beleuchteten Bühne auf einem einfachen schwarzen Sessel mit dem Roman in der Hand und einem Stirnband mit einer LED-Leuchte vor der Stirn.

    So minimalistisch ausgestattet nimmt er die Zuhörenden mit auf eine abenteuerliche Reise, die der Ich-Erzähler Maik Klingenberg mit seinem Freund, dem sozialen Außenseiter Tschick, in den Sommerferien unternimmt. Schon allein das Gefährt der beiden Jugendlichen – ein geklauter, klappriger Lada, der seine Verkehrstauglichkeit noch unter Beweis stellen muss – ist Programm.

    Mit modulationsreicher Stimme lässt Willi Hagemeier die streckenweise schon fast ins Absurde abdriftenden Begegnungen der jugendlichen Helden lebendig werden. Etwa, wenn sie einem schießwütigen Alten auf einem abseits gelegenen, heruntergekommenen Gehöft zufällig vor die Flinte laufen. Aber auch die Reflektionen der Hauptfigur zum Leben im Allgemeinen und zum Thema Liebe im Besonderen greift der Schauspieler auf. Wenn dann Gedankensplitter zur körperlichen Liebe in deutlichen Worten zu hören sind, ist stellenweise leises Kichern im Publikum zu hören.

    Und bei lautstarken Ausbrüchen zuckt die eine oder der andere Zuhörende schon mal ob der unerwarteten Wucht der Stimme des Schauspielers zusammen.

    Nach gut einer Stunde endet die Lesung. Durch die geschickte Textauswahl des Schauspielers ist ein lebendiges „Hörbild“ entstanden über einen Jugendlichen, der als Heranwachsender seinen Platz in der komplizierten und widersprüchlichen Welt mit ihren Licht- und Schattenseiten sucht.

    Mit großem Applaus bedankten sich die Schülerinnen und Schüler am Ende der Lesung.

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